Atlas der Krebsinzidenz
und Krebsmortalität
der Gesellschaft der
epidemiologischen Krebsregister
in Deutschland e.V. (GEKID)
„Der interaktive Krebs-Atlas
der GEKID“
Methodische Hinweise
Zusammenfassung
Der GEKID-Atlas stellt Krebsneuerkrankungen (Inzidenz) bzw. die Krebssterblichkeit (Mortalität) auf Ebene von Bundesländern für 25 ausgewählte Tumorarten bzw. -gruppen und Krebs insgesamt dar. Grundlage hierfür sind die durch die epidemiologischen Krebsregister registrierten Neuerkrankungen in den Bundesländern. Diese Daten werden seit vielen Jahren in Jahresberichten und teilweise auch im Internet publiziert und bilden die Grundlage der zweijährlich erscheinenden Publikation „Krebs in Deutschland. Im GEKID-Atlas werden altersstandardisierte Raten (pro 100.000 Personen pro Jahr, altersstandardisiert auf den Europastandard) und absolute Erkrankungszahlen gezeigt. Als Bezugspunkt für diese länderspezifischen Zahlen und Raten wird eine aktuelle Hochrechung für Deutschland vergleichend dargestellt.
Nicht alle Bundesländer lassen sich uneingeschränkt und zu jedem Zeitpunkt miteinander vergleichen. Unterschiede in der Vollzähligkeit der Datenerfassung (auch im zeitlichen Verlauf), unterschiedliche Anteile von Personen, die nur auf Grund einer Todesbescheinigung erfasst wurden aber auch regional unterschiedliche ausgeprägte Krebsfrüherkennungsprogramme, können zu künstlichen Veränderungen der Zahlen und Raten führen. Steigt beispielsweise die Vollzähligkeit der Erfassung in einem Krebsregister, so wird sich dies in der entsprechenden Kurve in Form einer (scheinbar) steigenden Krebshäufigkeit niederschlagen. Tatsächlich steigt aber nicht die Krebshäufigkeit, sondern nur die Zahl der Krebserkrankungen, die mittlerweile vom Krebsregister erfasst wurden.
Wir bitten daher um die Beachtung der methodischen Hinweise, um
mögliche Überinterpretationen der gesammelten Daten zu vermeiden.
Im Falle von Zweifeln oder Unklarheiten bitten wir um Kontaktaufnahme (bzw. um Kontaktierung eines der Mitgliedskrebsregister).
Im Bereich „Mortalität“ werden die Daten analog zur Inzidenz gezeigt; Datenquelle ist die offizielle Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes (www.gbe-bund.de, 2009).
Kontakt:
Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V.
Internet: www.gekid.de
Hintergrund:
Die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in
Deutschland e.V. (GEKID) ist ein eingetragener Verein mit dem Ziel die
bevölkerungsbezogene Krebsregistrierung und die Nutzung dieser Daten zu
fördern. Mitglieder sind alle deutschen epidemiologischen Krebsregister und
Krebsforscher.
Inhaltsverzeichnis
1.1 Neuerkrankungen -
Inzidenz
1.2 Sterblichkeit -
Mortalität
3 Ausgewählte
Tumoren bzw. Tumorgruppen
6 Hochrechnungen
für Deutschland
Bei den im Atlas dargestellten Daten handelt es sich um die durch das jeweilige epidemiologische Landeskrebsregister erfassten Neuerkrankungsfälle im Registrierungszeitraum = registrierte Inzidenz.
Die Daten der einzelnen Bundesländer werden unabhängig von der geschätzten Vollzähligkeit der Datenerfassung präsentiert. Es ist bekannt, dass für einzelne Tumorarten bzw. einzelne Bundesländer noch keine vollzählige Datenerfassung bzw. keine vollzählige Datenerfassung über den kompletten Zeitraum vorliegt. Die registrierte Inzidenz ist daher nur mit Einschränkungen als Annäherung an die tatsächliche Inzidenz in der Bevölkerung zu interpretieren.
Die registrierte Inzidenz umfasst, entsprechend internationalen Vorgaben, alle invasiven Tumorerkrankungen inklusive derjenigen Erkrankungsfälle, die dem Register ausschließlich durch eine Todesbescheinigung bekannt wurden (= DCO-Fälle). Den DCO-Fällen kommt eine besondere Bedeutung zu. Jüngere Krebsregister (Laufzeit ca. 5 – 15 Jahre) weisen bei vielen Krebserkrankungen höhere DCO-Anteile auf, was zu künstlich erhöhten Fallzahlen führen kann
In der Regel wird zur Inzidenz der erste invasive Tumor gezählt. Im Falle des Harnblasenkrebses wird abweichend der erste Tumor gezählt, auch wenn dieser in seiner nicht invasiven Form (ICD-10: D09.0 oder D41.4) diagnostiziert wurde. Die nicht-invasiven Harnblasentumoren werden ebenso für Krebs insgesamt mitgezählt.
Die deutschen epidemiologischen Krebsregister stellten für folgende Zeiträume Daten für den GEKID-Atlas zur Verfügung. Die aktuellen Daten wurden Anfang 2011 bereitgestellt.
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Datenverfügbarkeit
nach Jahr und Bundesland |
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Bundesland |
2000 |
2001 |
2002 |
2003 |
2004 |
2005 |
2006 |
2007 |
2008 |
2009 |
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Baden-Württemberg |
Keine Daten verfügbar, Register im
Aufbau |
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Bayern |
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Berlin |
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Brandenburg |
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Bremen |
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Hamburg |
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Hessen |
Keine Daten verfügbar, Register im
Aufbau |
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Mecklenburg-Vorpommern |
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Niedersachsen |
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Nordrhein-Westfahlen* |
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Rheinland-Pfalz |
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Sachsen-Anhalt |
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Sachsen |
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Saarland |
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Schleswig-Holstein |
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Thüringen |
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* NRW wird derzeit noch durch den Regierungsbezirk Münster repräsentiert
Kontaktadressen und Details zu den verschiedenen epidemiologischen Krebsregistern finden sich unter www.gekid.de. Dort sind auch Verweise auf die Internetadressen der Register zu finden, wobei viele Register ihre regionalen Daten teilweise differenzierter und häufiger aktualisiert darstellen als dies in einem Überblicksatlas der Fall sein kann.
Im Bereich „Mortalität“ werden die Daten analog zur Inzidenz gezeigt; Datenquelle ist die Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes (www.gbe-bund.de, 2009). Für alle Bundesländer sind Daten bis zum Jahr 2010 eingearbeitet.
Im GEKID-Atlas werden für jedes Bundesland und jede Tumorart nach Geschlecht und Jahr die Fallzahl (Anzahl an Krebsneuerkrankungen) und die bevölkerungsbezogene Rate pro 100.000 Einwohner) aufgeführt:
|
|
|
Die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate (Europastandard) und die Anzahl der registrierten Tumorerkrankungen sind wesentliche Indikatoren des GEKID-Atlas. |
In der Spalte "Anzahl" ist die absolute Zahl der durch das Krebsregister
für das jeweilige Bundesland erfassten Neuerkrankungsfälle aufgeführt (incl. der Fälle die in dem entsprechenden Jahr an der jeweiligen Erkrankung verstorben sind, ohne das sie vorher an das Krebsregister gemeldet wurden).
In der Spalte "Rate" wird die absolute Anzahl auf die zugrundeliegende Bevölkerung bezogen (Fälle pro 100.000 Personen). Um unterschiedliche Alters- und Geschlechtszusammensetzungen der Bevölkerung in den Bundesländern auszugleichen, erfolgt eine international übliche Altersstandardisierung, hier nach Europastandard.
Näheres zur Altersstandardisierung findet sich im Manual der epidemiologischen Krebsregistrierung (www.gekid.de).
Der Indikator „altersstandardisierte Rate“ wird in den Karten und in den zusätzlichen Diagrammen dargestellt.
Krebs ist eine Erkrankungsgruppe aus über 100 unterschiedlichen Einzelerkrankungen. Eine Aufführung aller Krebsformen hätte den Rahmen des Atlas gesprengt. Daher wurde eine Auswahl von Einzellokalisationen und Tumorgruppen getroffen, die von den meisten Landeskrebsregistern in ihrer Routineberichterstattung verwendet werden.
Folgende Diagnosegruppen und ihre Zuordnung zu den Kodierungen der ICD10 wurden ausgewählt:
|
Tumor/Tumorgruppe |
Kodierung nach ICD-10 |
|
Krebs gesamt ohne nicht-melanotischen
Hautkrebs und mit nicht-invasiven Tumoren der Harnblase |
C00 bis C97 ohne C44
mit D09.0 und D41.4 (bei Mortalität: C00-C97 ohne C44) |
|
Mund- und
Rachenraumkrebs |
C00 bis C14 |
|
Speiseröhrenkrebs |
C15 |
|
Magenkrebs |
C16 |
|
Darmkrebs |
C18 bis C21 |
|
Krebs der Leber und
Galle |
C22 |
|
Bauchspeicheldrüsenkrebs |
C25 |
|
Kehlkopfkrebs |
C32 |
|
Lungenkrebs (inkl.
Luftröhre) |
C33 bis C34 |
|
Malignes Melanom |
C43 |
|
Sonstiger Hautkrebs |
C44 |
|
Brustkrebs |
C50 |
|
Gebärmutterhalskrebs |
C53 |
|
Gebärmutterkörperkrebs |
C54 und C55 |
|
Eierstockkrebs |
C56 |
|
Prostatakrebs |
C61 |
|
Hodenkrebs |
C62 |
|
Nierenkrebs |
C64 |
|
Harnblasenkrebs |
C67, D09.0, D41.4 |
|
Krebs des Gehirns und des
zentralen Nervensystems |
C70 bis C72 |
|
Schilddrüsenkrebs |
C73 |
|
Morbus Hodgkin (Lymphdrüsenkrebs) |
C81 |
|
Non-Hodgkin (Lymphdrüsenkrebs) |
C82 bis C85 |
|
Plasmozytom |
C88, C90 |
|
Leukämien (Blutkrebs) |
C91 bis C95 |
|
Leukämien und Lymphome
(gesamt) |
C81 bis C96 |
Die Vollzähligkeit der Krebsregistrierung wird in Deutschland durch das Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut regelmäßig abgeschätzt.
International gefordert wird eine Vollzähligkeit von über 90%.
Für 2008 ergaben sich nach der aktuellsten Schätzung für Krebs insgesamt folgende maximale Vollzähligkeitswerte:
|
Vollzähligkeit der
Krebsregistrierung für Krebs insgesamt Quelle: Zentrum für
Krebsregisterdaten 2011 |
|
|
Baden-Württemberg |
noch keine stabilen Daten |
|
Bayern |
> 90% |
|
Berlin |
≈ 80% |
|
Brandenburg |
> 90% |
|
Bremen |
>90% |
|
Hamburg |
>90% |
|
Hessen |
noch keine stabilen Daten |
|
Mecklenburg-Vorpommern |
≈ 90% |
|
Niedersachsen |
>90% |
|
Nordrhein-Westfalen* |
>90% |
|
Rheinland-Pfalz |
≈ 90% |
|
Saarland |
>90% |
|
Sachsen |
>90% |
|
Sachsen-Anhalt |
≈ 80% |
|
Schleswig-Holstein |
>90% |
|
Thüringen |
≈ 90% |
* NRW wird derzeit noch durch den Regierungsbezirk Münster repräsentiert
Bis Berlin und Sachsen-Anhalt, wo die Vollzähligkeit der Erfassung bei etwa 80% liegt, weisen die beteiligten Bundesländer eine für eine Darstellung hinreichende Vollzähligkeit auf. Es sei aber darauf hingewiesen, dass aufgrund der Methodik der Vollzähligkeitsschätzung für Krebs insgesamt auch bei ausgewiesener hoher Vollzähligkeit für Krebs insgesamt einzelne Tumorarten noch nicht vollzählig registriert werden.
Es ist in erster Näherung davon auszugehen, dass Unterschiede in der Inzidenz zwischen den Bundesländern in der Größenordnung von etwa 10-20% auch der Vollzähligkeit der Meldungen geschuldet sein können. Dies hängt jedoch stark von der jeweils betrachteten Krebserkrankung wie auch von den verglichenen Ländern ab.
DCO Fälle sind Tumorerkrankungen, die im Krebsregister nur auf Grund einer Todesbescheinigung geführt werden. Bei diesen Fällen ist ärztlich beschrieben, dass die betreffende Person eine Krebserkrankung hat, der Diagnosezeitpunkt ist aber in der Regel unbekannt. Nach internationalen Regeln werden die DCO-Fälle in Ermangelung des genaueren Datums im Sterbejahr als Erkrankungsfall mitgezählt. Würde man diese unberücksichtigt lassen, so würden tatsächlich erkrankte Personen nicht von der Statistik erfasst. Die Berücksichtigung dieser Fälle führt aber dazu, dass häufig ein falsches Erkrankungsjahr dokumentiert wird. Bei stabilen Krebsregistern mit längerer Laufzeit wird sich diese Diagnoseverschiebung in etwa ausgleichen; d.h. die in einem Jahr nicht gemeldeten Erkrankungsfälle und DCO-Fälle aus vorangegangen Diagnosejahren werden sich in etwa entsprechen. Bei jungen Registern können DCO-Fälle zu künstlich erhöhten Neuerkrankungsraten führen, da bei registrierten Sterbefällen der (unbekannte) Erkrankungszeitpunkt häufig vor dem Beginn der Krebsregistrierung lag und diese Fälle dadurch als neuer (zu diesem Zeitpunkt eigentlich ungerechtfertigter) Fall gezählt werden. Als jüngere Register müssen dabei Krebsregister mit einer Erfassungszeit von 5 bis 15 Jahren gelten. Generell sollte die DCO-Rate kleiner 10%, (besser kleiner 5%) sein, wobei das Auftreten von DCO- Fällen auch stark von der Prognose der jeweiligen Krebserkrankung abhängt.
Für die einzelnen Bundesländer ergeben sich folgende DCO-Raten:
Für Krebs insgesamt
|
DCO-Raten
für Krebs insgesamt |
|
|||||||||
|
Bundesland |
2001 |
2002 |
2003 |
2004 |
2005 |
2006 |
2007 |
2008 |
2009 |
|
|
Baden-Württemberg |
Keine Daten vorhanden, Register
im Aufbau |
|||||||||
|
Bayern |
|
26% |
22% |
18% |
17% |
15% |
13% |
13% |
11% |
|
|
Berlin |
32% |
30% |
26% |
22% |
19% |
17% |
16% |
17% |
18% |
|
|
Brandenburg |
15% |
14% |
13% |
12% |
11% |
11% |
11% |
10% |
10% |
|
|
Bremen |
9% |
11% |
9% |
8% |
7% |
6% |
6% |
5% |
6% |
|
|
Hamburg |
7% |
7% |
6% |
6% |
5% |
5% |
5% |
3% |
4% |
|
|
Hessen |
Keine Daten vorhanden, Register
im Aufbau |
|||||||||
|
Mecklenburg-Vorpommern |
11% |
10% |
8% |
12% |
11% |
11% |
12% |
13% |
14% |
|
|
Niedersachsen |
|
|
21% |
17% |
15% |
11% |
12% |
10% |
10% |
|
|
Nordrhein-Westfalen* |
10% |
7% |
8% |
9% |
7% |
0% |
0% |
0% |
0% |
|
|
Rheinland-Pfalz |
24% |
23% |
21% |
19% |
16% |
14% |
13% |
14% |
|
|
|
Saarland |
3% |
2% |
4% |
4% |
5% |
6% |
5% |
4% |
6% |
|
|
Sachsen |
12% |
12% |
13% |
13% |
11% |
10% |
10% |
10% |
11% |
|
|
Sachsen-Anhalt |
22% |
20% |
22% |
21% |
20% |
21% |
19% |
17% |
17% |
|
|
Schleswig-Holstein |
21% |
19% |
12% |
11% |
11% |
11% |
11% |
17% |
16% |
|
|
Thüringen |
21% |
24% |
20% |
16% |
14% |
14% |
14% |
13% |
12% |
|
* NRW wird derzeit noch durch den Regierungsbezirk Münster repräsentiert
Nähere Informationen zu den DCO-Raten und deren Einfluss auf die Inzidenzraten der Bundesländer erhalten Sie auch bei den zuständigen Krebsregistern (www.gekid.de).
Für den GEKID-Atlas wurde eine aktuelle Hochrechnung der Erkrankungsraten für Deutschland insgesamt ab dem Jahr 2003 - basierend auf den registrierten Krebsregisterdaten ausgewählter Landeskrebsregister - vergleichend dargestellt.
Beispiel: Deutschland-Hochrechnung - Krebs insgesamt ohne sonstige Haut
– Männer
Altersstandardisierte Rate pro 100.0000 (Europastandard)

Die Daten ausgewählter Krebsregister werden zu einem gemeinsamen Datenpool zusammengeführt. Es wird die entsprechende Erkrankungsrate im Pool ermittelt und diese wird dann auf die Bevölkerung von ganz Deutschland hochgerechnet. Die Berechnungen erfolgen dabei getrennt nach Altersklassen (0-4, 5-9, 10-14, …, 75-80, 85+) und nach Geschlecht.
Aus den hochgerechneten Erkrankungszahlen lässt sich die übliche altersstandardisierte Rate (ASR(E), hier Europastandard) berechnen.
Beispiel für die Hochrechung der
Neuerkrankungen für Deutschland im Jahr 2006 – |
||||||
|
|
Datenpool |
Bevölkerung |
Hochrechnung Anzahl der Neuerkrankungen im Jahr 2006 für Deutschland |
|||
|
Altersklasse |
Männer |
Frauen |
Männer |
Frauen |
Männer |
Frauen |
|
0-4 |
22,6 |
18,0 |
1.814.392 |
1.722.424 |
410 |
310 |
|
5-9 |
11,2 |
8,2 |
2.017.904 |
1.916.361 |
226 |
157 |
|
10-14 |
13,7 |
10,9 |
2.089.653 |
1.983.531 |
286 |
216 |
|
15-19 |
19,8 |
16,2 |
2.460.792 |
2.337.956 |
487 |
379 |
|
20-24 |
33,7 |
24,5 |
2.461.404 |
2.389.216 |
829 |
585 |
|
25-29 |
44,9 |
49,6 |
2.474.656 |
2.410.893 |
1.111 |
1.196 |
|
30-34 |
59,4 |
82,3 |
2.488.757 |
2.408.257 |
1.478 |
1.982 |
|
35-39 |
82,4 |
139,4 |
3.350.602 |
3.193.230 |
2.761 |
4.451 |
|
40-44 |
133,9 |
231,0 |
3.691.585 |
3.508.400 |
4.943 |
8.104 |
|
45-49 |
240,5 |
356,2 |
3.273.689 |
3.165.857 |
7.873 |
11.277 |
|
50-54 |
455,4 |
493,6 |
2.832.935 |
2.826.599 |
12.901 |
13.952 |
|
55-59 |
816,7 |
686,9 |
2.478.599 |
2.501.151 |
20.243 |
17.180 |
|
60-64 |
1.343,4 |
892,8 |
2.204.673 |
2.281.582 |
29.618 |
20.370 |
|
65-69 |
1.881,1 |
1.065,3 |
2.590.255 |
2.825.358 |
48.725 |
30.099 |
|
70-74 |
2.418,4 |
1.241,6 |
1.759.243 |
2.105.694 |
42.546 |
26.144 |
|
75-79 |
2.846,3 |
1.458,9 |
1.254.517 |
1.803.864 |
35.707 |
26.317 |
|
80-84 |
3.128,6 |
1.763,3 |
676.508 |
1.484.466 |
21.165 |
26.176 |
|
85+ |
3.644,2 |
2.173,1 |
397.643 |
1.183.164 |
14.491 |
25.711 |
|
Gesamt |
|
|
40.317807 |
42.048.003 |
245.801 |
214.607 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
ASR(E) |
|
|
|
|
467,1 |
334,5 |
Der Datenpool wird aus als vollzählig und zeitlich stabil einzuschätzenden epidemiologischen Krebsregistern im Konsensusverfahren unter den GEKID-Registern gebildet. Er beruht derzeit auf den Daten der Bundesländer:
- Bayern
- Brandenburg (Gemeinsames Krebsregister, GKR)
- Bremen
- Hamburg
- Mecklenburg-Vorpommern (GKR)
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen (Regierungsbezirk Münster, für DCO-Anteil ausgeschlossen)
- Saarland
- Sachsen (GKR)
- Schleswig-Holstein
Der aktuelle Pool deckt eine Gesamtbevölkerung von 37,9 Millionen Einwohnern und damit von etwa 46% der deutschen Gesamtbevölkerung ab. Das Ost-West-Verhältnis im Pool beträgt 1:3,5 und ist mit dem gesamtdeutschen Verhältnis von 1: 3,9 gut vergleichbar.
Damit dürfte von einer hinreichenden Repräsentativität der vorliegenden Daten für Deutschland ausgegangen werden können.
Inwieweit im Zeitverlauf die Daten der Poolregister für die Schätzung der Deutschlanddaten ausreichend belastbarsind, wird vor jeder Schätzung von einer Expertenrunde bewertet. In diese Bewertung fließen verschiedene Parameter ein, die in der nachfolgenden Tabelle abgebildet sind. Die Tabelle zeigt die Daten für Krebs insgesamt. Darüber hinaus erfolgt aber auch eine Einschätzung für einzelne Tumoren bzw. Tumorgruppen (diese Daten sind hier nicht aufgeführt). Für den Regierungsbezirk Münster ist auf Grund einer noch ausstehenden Anpassung des Landeskrebsregistergesetzes NRW (2005) derzeit keine valide Berechnung der DCO-Rate möglich.
Der Tabelle lässt sich entnehmen, dass die Qualitätsindikatoren sowohl über die Zeit, als auch über die einzelnen Register sehr ähnlich sind. Nach Einschätzung der Expertenrunde sind die Daten der aufgeführten Register für die aktuelle, belastbare Deutschlandschätzung geeignet.
Qualitätsindikatoren der Poolregister für Krebs gesamt |
|||||||
|
Poolregister |
2003 |
2004 |
2005 |
2006 |
2007 |
2008 |
2009 |
|
Verhältnis von Mortalität zu
Inzidenz |
|||||||
|
Bayern |
0,45 |
0,43 |
0,43 |
0,43 |
0,42 |
0,43 |
0,45 |
|
Brandenburg |
0,52 |
0,50 |
0,48 |
0,48 |
0,45 |
0,44 |
0,45 |
|
Bremen |
0,43 |
0,46 |
0,47 |
0,46 |
0,44 |
0,46 |
0,49 |
|
Hamburg |
0,52 |
0,49 |
0,48 |
0,49 |
0,50 |
0,47 |
0,44 |
|
Mecklenburg-Vorp. |
0,49 |
0,48 |
0,47 |
0,46 |
0,47 |
0,47 |
0,47 |
|
Münster |
0,47 |
0,48 |
0,49 |
0,48 |
0,48 |
0,48 |
0,47 |
|
Niedersachsen |
0,42 |
0,41 |
0,43 |
0,44 |
0,43 |
0,42 |
0,44 |
|
Saarland |
0,47 |
0,48 |
0,49 |
0,49 |
0,47 |
0,50 |
0,49 |
|
Sachsen |
0,48 |
0,47 |
0,48 |
0,47 |
0,46 |
0,44 |
0,44 |
|
Schleswig-Holstein |
0,42 |
0,42 |
0,41 |
0,42 |
0,42 |
0,41 |
0,41 |
|
Konstanz (Veränderung zum Vorjahr) |
|||||||
|
Bayern |
100 % |
102 % |
99 % |
99 % |
99 % |
98 % |
95 % |
|
Brandenburg |
100 % |
99 % |
100 % |
100 % |
101 % |
98 % |
97 % |
|
Bremen |
100 % |
93 % |
99 % |
99 % |
101 % |
102 % |
92 % |
|
Hamburg |
100 % |
101 % |
103 % |
97 % |
100 % |
102 % |
105 % |
|
Mecklenburg-Vorp. |
100 % |
100 % |
102 % |
101 % |
97 % |
101 % |
102 % |
|
Münster |
100 % |
103 % |
101 % |
104 % |
100 % |
100 % |
99 % |
|
Niedersachsen |
100 % |
98 % |
97 % |
95 % |
102 % |
102 % |
96 % |
|
Saarland |
100 % |
98 % |
99 % |
102 % |
103 % |
95 % |
98 % |
|
Sachsen |
100 % |
100 % |
99 % |
100 % |
103 % |
105 % |
99 % |
|
Schleswig-Holstein |
100 % |
98 % |
94 % |
101 % |
98 % |
102 % |
98 % |
|
Konstanz (2008 = 100%) |
|||||||
|
Bayern |
102 % |
104 % |
103 % |
102 % |
102 % |
100 % |
95 % |
|
Brandenburg |
102 % |
101 % |
100 % |
101 % |
102 % |
100 % |
97 % |
|
Bremen |
106 % |
99 % |
98 % |
97 % |
98 % |
100 % |
92 % |
|
Hamburg |
97 % |
98 % |
101 % |
98 % |
98 % |
100 % |
105 % |
|
Mecklenburg-Vorp. |
99 % |
99 % |
101 % |
102 % |
99 % |
100 % |
102 % |
|
Münster |
93 % |
96 % |
97 % |
100 % |
100 % |
100 % |
99 % |
|
Niedersachsen |
106 % |
104 % |
101 % |
96 % |
98 % |
100 % |
96 % |
|
Saarland |
104 % |
101 % |
100 % |
102 % |
105 % |
100 % |
98 % |
|
Sachsen |
94 % |
94 % |
92 % |
93 % |
95 % |
100 % |
99 % |
|
Schleswig-Holstein |
108 % |
106 % |
99 % |
100 % |
98 % |
100 % |
98 % |
|
DCO-Anteil |
|||||||
|
Bayern |
21,6 % |
18,5 % |
16,9 % |
14,8 % |
13,2 % |
12,7 % |
11,3 % |
|
Brandenburg |
13,4 % |
12,0 % |
11,0 % |
10,8 % |
10,6 % |
10,3 % |
10,3 % |
|
Bremen |
8,7 % |
7,6 % |
7,0 % |
6,1 % |
5,8 % |
4,9 % |
5,6 % |
|
Hamburg |
5,9 % |
6,1 % |
5,4 % |
5,5 % |
5,1 % |
3,4 % |
3,5 % |
|
Mecklenburg-Vorp. |
8,2 % |
12,3 % |
11,2 % |
11,3 % |
11,6 % |
13,0 % |
13,5 % |
|
Münster |
7,7 % |
9,3 % |
6,7 % |
|
|
|
|
|
Niedersachsen |
20,9 % |
17,5 % |
15,5 % |
11,4 % |
12,3 % |
10,2 % |
9,7 % |
|
Saarland |
3,7 % |
4,5 % |
4,7 % |
5,9 % |
5,4 % |
3,8 % |
6,0 % |
|
Sachsen |
13,1 % |
12,7 % |
10,8 % |
10,4 % |
10,2 % |
10,0 % |
11,2 % |
|
Schleswig-Holstein |
12,4 % |
11,4 % |
11,4 % |
11,4 % |
10,6 % |
16,6 % |
16,2 % |
Wie oben aufgeführt (s. DCO-Fälle), unterscheiden sich die DCO-Raten zwischen den Bundesländern noch deutlich. Die bevölkerungsstarken „jüngeren“ Krebsregister Bayern und Niedersachsen weisen erwart